Was sind Social Media-KPIs?

von LocalBranding

Social Media KPIs (Key Performance Indicators) machen sichtbar, wie erfolgreich die eigenen Social-Media-Aktivitäten sind und welchen Beitrag sie zu den Unternehmenszielen leisten. Dabei sollte nicht jede verfügbare Kennzahl betrachtet werden. Entscheidend ist, die KPIs passend zu den eigenen Zielen, Zielgruppen und Plattformen auszuwählen.

Je nach Ziel stehen beispielsweise Reichweite, Sichtbarkeit, Interaktionen, Community-Wachstum, Website-Besuche, Anfragen oder Conversions im Mittelpunkt. Durch die regelmäßige Auswertung lassen sich erfolgreiche Inhalte erkennen, Maßnahmen gezielt optimieren und Ressourcen effizient einsetzen.

Reichweite und Sichtbarkeit

Die Reichweite beschreibt, wie viele Nutzer mit den eigenen Inhalten oder dem eigenen Profil erreicht werden. Sie ist besonders wichtig, um die Sichtbarkeit einer Marke oder eines Unternehmens zu beurteilen.

  • Erreichte Accounts / Personen
    Anzahl der unterschiedlichen Nutzer, denen ein Beitrag, eine Story, ein Reel oder ein anderes Social-Media-Format angezeigt wurde.
  • Impressionen / Aufrufe
    Gibt an, wie häufig Inhalte insgesamt angezeigt oder aufgerufen wurden. Ein Nutzer kann dabei mehrfach gezählt werden.
  • Profilaufrufe
    Anzahl der Besuche des Social-Media-Profils. Diese Kennzahl zeigt, wie viele Nutzer nach einem Beitrag oder einer anderen Interaktion mehr über das Unternehmen erfahren möchten.
  • Follower- bzw. Community-Wachstum
    Entwicklung der Anzahl der Follower oder anderer Community-Mitglieder über einen bestimmten Zeitraum. Dabei ist nicht nur die Anzahl, sondern vor allem die Qualität und Relevanz der gewonnenen Follower entscheidend.
  • Reichweite nach Zielgruppen
    Soweit die jeweilige Plattform entsprechende Daten bereitstellt, können beispielsweise Alter, Region oder andere Zielgruppenmerkmale analysiert werden. Für lokale Unternehmen ist insbesondere die regionale Reichweite interessant.
    Stimmungsbild und Markenwahrnehmung

Das Stimmungsbild (Sentiment) beschreibt, wie Nutzer über ein Unternehmen, eine Marke, ein Produkt oder eine Kampagne sprechen und welche Reaktionen dabei entstehen.

Analysiert werden beispielsweise:

  • positive, neutrale und negative Kommentare
  • Kundenfeedback und Bewertungen
  • wiederkehrende Fragen oder Kritikpunkte
  • Erwähnungen der Marke
  • Themen, die besonders positiv oder negativ diskutiert werden

Automatisierte Sentiment-Analysen können dabei unterstützen, sollten jedoch nicht unkritisch übernommen werden. Ironie, Sarkasmus oder der Kontext eines Kommentars werden von automatisierten Systemen nicht immer zuverlässig erkannt.

Für Unternehmen ist daher neben der automatisierten Auswertung auch die qualitative Betrachtung des Feedbacks wichtig.

Engagement und Interaktionen

Engagement zeigt, wie intensiv sich Nutzer mit den veröffentlichten Inhalten auseinandersetzen. Dabei geht es nicht nur um die Anzahl der Likes, sondern um die Gesamtheit der relevanten Interaktionen.

Wichtige Kennzahlen sind unter anderem:

  • Likes / Reaktionen – zeigen unmittelbare Reaktionen auf einen Inhalt.
  • Kommentare – geben Hinweise auf Interesse, Fragen, Meinungen und Diskussionen.
  • Shares / Weiterleitungen – zeigen, dass Nutzer einen Inhalt für relevant genug halten, um ihn mit anderen zu teilen.
  • Speicherungen – besonders interessant bei informativen, beratenden oder inspirierenden Inhalten.
  • Erwähnungen und Tags – zeigen, dass Nutzer aktiv auf das Unternehmen oder die Marke verweisen.
  • Videoaufrufe und Wiedergabedauer – zeigen, ob und wie intensiv Videoinhalte angesehen werden.
  • Link-Klicks – messen, wie viele Nutzer von Social Media auf eine Website oder Landingpage weitergeleitet werden.
  • Engagement Rate – setzt Interaktionen ins Verhältnis zu einer Bezugsgröße, beispielsweise Reichweite oder Followerzahl.

Die Engagement Rate sollte immer im Zusammenhang mit der verwendeten Plattform und Berechnungsmethode betrachtet werden, da sich die Definitionen und verfügbaren Daten unterscheiden können.

Traffic und Conversions

Für Unternehmen ist nicht nur wichtig, wie viele Menschen einen Beitrag sehen oder mit ihm interagieren. Entscheidend ist zunehmend, was daraus entsteht. Daher sollten Social-Media-Aktivitäten – sofern technisch messbar – auch hinsichtlich ihrer Weiterleitung auf andere digitale Kontaktpunkte ausgewertet werden.

Wichtige KPIs sind beispielsweise:

  • Website-Klicks
  • Landingpage-Aufrufe
  • Kontaktanfragen
  • Nachrichten und Anfragen über Social Media
  • Terminbuchungen
  • Newsletter-Anmeldungen
  • Downloads
  • Anfragen über Kontaktformulare
  • Käufe bzw. Umsätze
  • Leads und Neukunden

Damit lässt sich besser beurteilen, ob Social Media nicht nur Aufmerksamkeit erzeugt, sondern tatsächlich geschäftlichen Mehrwert liefert.

Markenpräsenz und Share of Voice

Der Share of Voice beschreibt, wie groß der Anteil der Erwähnungen einer Marke im Vergleich zu Wettbewerbern innerhalb eines definierten Themen- oder Marktumfelds ist.

Beispielsweise kann untersucht werden:

  • Wie häufig wird das eigene Unternehmen erwähnt?
  • Wie häufig werden Wettbewerber erwähnt?
  • Welche Themen werden mit der eigenen Marke verbunden?
  • Wie verändert sich die Sichtbarkeit im Zeitverlauf?

Der Share of Voice ist insbesondere bei größeren Marken, Kampagnen oder Wettbewerbsanalysen interessant. Für kleinere lokale Unternehmen sind häufig Reichweite, Profilaufrufe, Interaktionen, Bewertungen und konkrete Kundenanfragen aussagekräftiger.

Einfluss und Markenwirkung

Der Einfluss einer Social-Media-Aktivität lässt sich heute nicht mehr sinnvoll allein anhand von Likes oder Backlinks beurteilen.

Aussagekräftiger ist die Kombination verschiedener Signale:

  • Reichweite und Sichtbarkeit
  • Engagement und Interaktionsqualität
  • Shares und Weiterempfehlungen
  • Erwähnungen durch Kunden, Partner oder andere relevante Accounts
  • Website-Traffic
  • Anfragen und Leads
  • Conversions
  • Entwicklung der Markenbekanntheit und Kundenbindung

Backlinks können weiterhin für die Suchmaschinenoptimierung relevant sein, sind jedoch kein eigenständiger Social-Media-Erfolgsindikator. Ebenso sollte der Net Promoter Score (NPS) nicht als klassischer Social-Media-KPI betrachtet werden. Er ist vielmehr eine allgemeine Kennzahl zur Kundenloyalität und Weiterempfehlungsbereitschaft.

Die richtigen KPIs für das Unternehmen

Nicht jede Kennzahl ist für jedes Unternehmen gleich relevant. Entscheidend ist die Verbindung zwischen Ziel → KPI → Maßnahme.

Beispielsweise:

Ziel     ->     daraus folgende sinnvolle KPIs

  1. Markenbekanntheit steigern -> Reichweite, Impressionen, Videoaufrufe, Erwähnungen
  2. Community aufbauen -> Follower-Wachstum, Kommentare, Shares, Saves
  3. Interesse erzeugen -> Profilaufrufe, Interaktionen, Video-Wiedergabedauer
  4. Websitebesuche steigern -> Link-Klicks, Website-Sitzungen
  5. Neukunden gewinnen -> Anfragen, Leads, Termine, Conversions
  6. Kundenbindung stärken -> Kommentare, Nachrichten, Bewertungen, wiederkehrende Interaktionen
  7. Lokale Sichtbarkeit erhöhen -> regionale Reichweite, Profilaufrufe, Bewertungen, Anfragen

 

Social Media sollte nicht ausschließlich danach bewertet werden, wie viele Likes oder Follower ein Unternehmen erzielt. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Sichtbarkeit, relevanter Interaktion, Markenwahrnehmung und konkreten Ergebnissen.

So lässt sich erkennen, welche Inhalte und Plattformen tatsächlich zum Unternehmenserfolg beitragen – und wo Zeit und Budget sinnvoller eingesetzt werden können.

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Bildquelle: momius

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